unterstellen
Jemandem eine bestimmte (meist negative) Absicht, Meinung oder Eigenschaft zuschreiben, oft ohne Beweise dafür zu haben.
Ich möchte Ihnen keine böse Absicht unterstellen, aber Ihr Verhalten ist merkwürdig.

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Jemandem eine bestimmte (meist negative) Absicht, Meinung oder Eigenschaft zuschreiben, oft ohne Beweise dafür zu haben.
Ich möchte Ihnen keine böse Absicht unterstellen, aber Ihr Verhalten ist merkwürdig.

Dieses Verb hat zwei Formen: Es ist untrennbar, wenn es „jemandem etwas vorwerfen“ oder „unterordnen“ bedeutet (Betonung auf „-stellen“). Es ist trennbar, wenn es „Schutz suchen“ bedeutet (Betonung auf „unter-“).
Er unterstellt ihr, dass sie lügt.
In der Bedeutung „vorwerfen“ oder „zuschreiben“ wird immer die Struktur „jemandem (Dativ) etwas (Akkusativ) unterstellen“ verwendet.
Man sollte seinen Kollegen nicht einfach schlechte Motive unterstellen.
Wenn man selbst Schutz sucht, wird das Verb reflexiv gebraucht: „sich unterstellen“. Die Vorsilbe „unter“ steht dann am Satzende.
Die Wanderer stellten sich während des Gewitters in einer Hütte unter.
In dieser Bedeutung folgt das Verb dem Muster „jemanden/etwas (Akkusativ) jemandem (Dativ) unterstellen“. Es beschreibt eine hierarchische Beziehung.
Der neue Mitarbeiter wurde dem Teamleiter direkt unterstellt.
Die Bedeutung „unterordnen“ wird hauptsächlich in formellen, administrativen oder geschäftlichen Kontexten verwendet, um Organisationsstrukturen zu beschreiben.
Alle regionalen Büros sind der Zentrale in Berlin unterstellt.
„vermuten“ und „unterstellen“ haben beide damit zu tun, dass man etwas annimmt, ohne es sicher zu wissen. „vermuten“ ist aber neutraler und oft vorsichtiger. Man sagt damit nur, was wahrscheinlich sein könnte. „unterstellen“ ist stärker und meistens negativ: Man schreibt jemandem eine schlechte Absicht, Meinung oder Eigenschaft zu, oft ohne Beweis. Deshalb kann „unterstellen“ schnell vorwurfsvoll klingen. Lernende können die Wörter verwechseln, weil beide ohne sichere Beweise benutzt werden. Wenn du nur eine Möglichkeit ausdrücken willst, nimm „vermuten“. Wenn es um einen Vorwurf gegen eine Person geht, passt „unterstellen“.

Sie hat ihm unterstellt, dass er die Hausaufgaben absichtlich nicht gemacht hat.
In der Nachbarschaft vermuten viele, dass die neue Familie am Wochenende einzieht.