
ziehen
Etwas durch Krafteinwirkung auf sich zu oder hinter sich her bewegen.
Das Kind zieht sein Spielzeugauto an einer Schnur hinter sich her.
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Etwas durch Krafteinwirkung auf sich zu oder hinter sich her bewegen.
Das Kind zieht sein Spielzeugauto an einer Schnur hinter sich her.

Den Wohnort wechseln; in eine andere Wohnung, Stadt oder ein anderes Land umziehen.
Nächstes Jahr ziehen wir von der Stadt aufs Land.

Sich als Gruppe in eine bestimmte Richtung bewegen, insbesondere bei Vögeln oder Nomaden.
Im Herbst ziehen die Störche in den warmen Süden.

Etwas aus einer Menge oder einem Behälter nehmen, oft zufällig. Bezieht sich häufig auf Karten, Lose oder Nummern.
Bei der Tombola zog sie das große Los.

Ein Getränk, meist Tee oder Kaffee, in heißem Wasser für eine bestimmte Zeit belassen, damit es Aroma und Wirkstoffe abgibt.
Lass den grünen Tee nicht länger als drei Minuten ziehen, sonst wird er bitter.

Eine Linie oder eine Grenze auf einer Oberfläche erzeugen.
Mit dem Lineal zog er einen geraden Strich auf dem Papier.

Sich über eine lange Zeit oder eine weite Strecke erstrecken; andauern.
Die Reparaturarbeiten an der Brücke zogen sich über mehrere Monate hin.

Aus vorhandenen Informationen oder Beobachtungen eine logische Folgerung ableiten.
Aus den vorliegenden Daten können wir den Schluss ziehen, dass die Kampagne erfolgreich war.

Eine Möglichkeit oder Option überlegen oder erwägen.
Wir sollten auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, das Projekt zu verschieben.
Wenn „ziehen“ eine Bewegung von einem Ort zum anderen beschreibt (z.B. umziehen, Vögel ziehen), wird das Perfekt mit „sein“ gebildet. In den meisten anderen Bedeutungen (z.B. etwas ziehen, eine Karte ziehen) wird „haben“ verwendet.
Meine Nachbarn sind letzten Monat nach Berlin gezogen.
Wenn man an einem Teil von etwas zieht, verwendet man die Präposition „an“ mit Dativ. Typische Beispiele sind an einem Seil, an einem Griff oder an der Tür ziehen.
Du musst kräftig an dem Seil ziehen, um das Tor zu öffnen.
Wenn man über einen Umzug spricht, wird das Ziel mit Präpositionen wie „in“ (+ Akkusativ), „nach“ (bei Städten/Ländern ohne Artikel) oder „aufs“ (für „auf das Land“) angegeben.
Sie möchte nächstes Jahr in eine größere Wohnung ziehen.
In der Bedeutung „etwas zufällig auswählen“ wird „ziehen“ oft mit Objekten wie „eine Karte“, „ein Los“ oder „eine Nummer“ kombiniert.
Jeder Teilnehmer darf eine Nummer aus dem Hut ziehen.
Wenn ein Getränk wie Tee sein Aroma entfaltet, wird „ziehen“ ohne Objekt verwendet. Das Getränk selbst ist das Subjekt des Satzes.
Der Tee muss fünf Minuten ziehen, bevor du ihn trinkst.
Wenn man etwas auf einer Oberfläche zeichnet, wird „ziehen“ oft mit Objekten wie „eine Linie“, „einen Strich“, „einen Kreis“ oder „eine Grenze“ verwendet.
Er zog mit einem Bleistift eine gerade Linie.
Die reflexive Form „sich ziehen“ oder „sich hinziehen“ bedeutet, dass etwas sehr lange dauert. Es wird oft für Prozesse, Verhandlungen oder Bauarbeiten verwendet.
Die Besprechung zog sich bis in den späten Abend.
Die Wendung „einen Schluss ziehen“ bedeutet, eine logische Folgerung zu machen. Man kann auch andere abstrakte Nomen verwenden, z.B. „eine Konsequenz ziehen“ oder „eine Lehre ziehen“.
Aus diesem Fehler müssen wir eine Lehre für die Zukunft ziehen.
Die Redewendung „in Betracht ziehen“ ist eine feste Kombination und bedeutet „überlegen“ oder „erwägen“. Das Nomen „Betracht“ wird hier fast nur in dieser Wendung gebraucht.
Ich werde Ihr Angebot ernsthaft in Betracht ziehen.
Nehmen bezeichnet allgemein, dass man eine Karte aus dem Stapel an sich nimmt. Ziehen ist bei Karten das typische Wort für eine zufällige Auswahl oder einen Spielzug nach den Regeln. Im Spiel passt daher meist ziehen, bei einer bloßen Entnahme auch nehmen.

Ich ziehe die oberste Karte vom Stapel, weil ich an der Reihe bin.
Ich nehme die oberste Karte vom Stapel, um das Bild zu prüfen.